Akkreditiv

Ein Akkreditiv ist ein unwiderrufliches und abstraktes Zahlungsversprechen einer Bank, im Auftrag und für Rechnung des Auftraggebers (Importeur) eine bestimmte Geldsumme an den Begünstigten (Exporteur) zu zahlen, nachdem dieser die im Akkreditiv vorgeschriebenen Dokumente präsentiert und alle Bedingungen erfüllt hat.

Akkreditive werden zur Abwicklung von Handelsgeschäften eingesetzt. Die Abstraktheit des Akkreditives bewirkt, dass Einreden aus dem Grundgeschäft nicht zulässig sind und die Banken sich lediglich mit der Prüfung der Dokumente befassen. Die Qualität der Waren oder Dienstleistung, die dem Handelsgeschäft zugrunde liegen, spielen dabei keine Rolle und werden daher von den abwickelnden Banken nicht geprüft.
Akkreditive sind, soweit nichts gegenteiliges vereinbart wird, unwiderruflich. Das bedeutet, dass ein eröffnetes Akkreditiv nicht ohne die Zustimmung des Begünstigten geändert oder annuliert werden kann.

Um eine weltweit einheitliche Bearbeitung zu gewährleisten, hat die Internationale Handelskammer, Paris (ICC) im Jahr 1933 die Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten – Akkreditive, kurz ERA, herausgegeben. Diese Richtlinien finden weltweit Anerkennung und werden in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Die aktuelle Version der ERA findet seit dem 01.07.2007 Anwendung und wurde als ICC – Publikation Nr. 600 veröffentlicht. Daher lautet die Kurzform der aktuellen Version: ERA 600.

Nachdem sich die Handelspartner auf eine Geschäftsabwicklung mittels Akkreditiv geeinigt haben, muss der Importeur den Auftrag zur Herauslegung des Akkreditives an seine Hausbank geben. Diese wird den Auftrag nur dann ausführen, wenn ihr Kunde über eine ausreichende Kreditlinie verfügt.
Das Akkreditiv wird von der eröffnenden Bank an die Bank des Exporteurs geschickt und von dieser an den Exporteur avisiert. Nach erfolgter Warenlieferung reicht der Exporteur die im Akkreditiv geforderten Dokumente bei der avisierenden Bank ein, die diese sorgfältig prüft. Die geläufigsten Dokumente sind: Handelsrechnung, Ursprungszeugnis, Packliste, Konnossement und Versicherungszertifikat.
Wenn die Dokumente mit den Bedingungen des Akkreditives übereinstimmen, kann die avsierende Bank entweder direkte Zahlung an den Exporteur leisten oder die Dokumente mit einer Zahlungsaufforderung an die eröffnende Bank versenden.

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