Anfänglicher effektiver Jahreszins

Die Bezeichnung effektiver Jahreszins soll eine Vergleichbarkeit unterschiedlicher Finanzierungsangebote – und zwar unabhängig ob Geld in Form eines Kredits geliehen oder einer Geldanlage festgelegt wird – gewährleisten. Denn wer als Anleger oder Darlehensnehmer nur den Nominalzins als Entscheidungsgrundlage heranzieht, der hat keinerlei Information darüber wie sich versteckte Nebenkosten auf den Zins auswirken. Diese Kosten können unter anderem durch Bearbeitungsgebühren, Tilgungsfreie Jahre oder auch die Art der Tilgungsverrechnung eine teilweise erhebliche Auswirkung auf die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Angebote haben.
Die Berechnung des effektiven Jahreszinses ist in Österreich im Verbraucherkreditgesetz ( § 27 VKrG) definiert und entsprechend bindend. Hier ist sowohl die Formel definiert, als auch fest umrissen welche Kosten in die Berechnung einfliessen dürfen und welche nicht.
Eine Besonderheit des effektiven Jahreszinses ist in diesem Zusammenhang der anfängliche effektive Jahreszins. Dieser besagt, dass im Laufe der Vertragsbeziehung eine Änderung des Zinssatzes erfolgen kann. Dies ist bspw. der Fall, wenn ein Darlehen eine Laufzeit von 10 Jahren hat, die Zinsbindung aber nur fünf Jahre beträgt. Dabei können in der Regel keine Informationen über den Zinssatz getroffen werden, der nach Ablauf der Zinsbindung gültig sein wird. Die Bezeichnung anfänglicher effektiver Jahreszins deutet somit auf ein gewisses Zinsrisiko hin.

Hinterlassen Sie eine Antwort