Banken gegen Fremdwährungskredite

Österreichische Unternehmen und Privathaushalte haben insgesamt 55,5 Milliarden Euro Schulden in Fremdwährungskrediten, rund 90% davon in Schweizer Franken. Es war ein Spekulationsgeschäft mit den Kursverlusten ausländischer Währungen, das nun, in Zeiten der Finanzkrise und den Wirtschaftskrisen in einzelnen europäischen Ländern, die den Kurs des Euro fallen ließen, als Bumerang zurückkehrt. Denn durch den stetigen Wertverlust des Euro gegenüber dem Franken steigt die nominelle Schuldenlast.

Entgegen dem Drängen der hiesigen Banken raten Notenbank und Verbraucherschützer aber von einer Konvertierung der Fremdwährungskredite in Eurokredite ab, da dies die Verluste zementieren würde. Eine nicht auszuschließende Erholung der Wechselkurse hingegen, würde die Verluste verringern, sofern die Fremdwährung beibehalten wird. Hinzu kommt, dass Fremdwährungskredite nur an solche Kreditnehmer vergeben wurden, die sich auch einen Kredit in Euro hätten leisten können. Auch das Risiko der Währungsspekulation und die damit einhergehende höhere Belastung wurden einkalkuliert, sodass keine Kreditausfälle im großen Stile Banken und Schuldner bedrohen.
Aussitzen ist also die Devise für Kreditnehmer.

Bedenklich sind die Entwicklungen für die österreichischen Banken, da das höhere Risiko eine Aufstockung der Eigenkapitalquote erfordert um weiterhin Stabilität zu gewährleisten. Derart gebundenes Kapital fehlt dann bei Kreditvergabe und im spekulativen Geschäftssektor.
Daher strebt auch die Finanzmarktaufsicht einen Abbau des FX-Kreditbestandes an, trotz der Nachteile für die Konsumenten.

Siehe auch http://www.unzensuriert.at/content/004859-Banken-mobilisieren-gegen-Fremdwaehrungskredite

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