Bankgeheimnis – Was ist das Bankgeheimnis?

Das Bankgeheimnis verpflichtet die Bank keinerlei Informationen über eigene Kunden und deren Geschäftsbeziehungen an Dritte weiterzugeben. Das österreichische Bankgeheimnis ist im sogenannten Bankwesengesetz geregelt (§ 38).

Es gibt jedoch Fälle bei denen das Bankgeheimnis von der Bank nicht eingehalten werden muss. Bei richterlichen Aufträgen, zum Beispiel bei einem Strafverfahren oder einem Finanzstrafverfahren, darf die Bank Auskunft über kundenspezifische Informationen geben. Auch ein Abhandlungsgericht hat bei Bearbeitung eines Todesfalls ein Auskunftsrecht!

Ansonsten ist das Bankgeheimnis sehr streng und selbst staatliche Stellen haben keinen Zugriff auf die Kundendaten. Im Rahmen eines ausländischen Strafverfahrens dürfen Auskünfte nur im Falle eines Rechtshilfeabkommens gegeben werden. Wenn der gleiche Fall in Österreich aber nicht zu einer Kontoöffnung führen würde, wird das Auskunftsersuchen abgelehnt.

Das Kundenkapital mit einem fixen Steuersatz besteuert! Diese sogenannte Kapitalertragsteuer wird von der jeweiligen Bank einbehalten und dem Finanzamt übermittelt. Die Einkommensteuer und eine eventuelle Erbschaftsteuer ist somit abgegolten. Man bezeichnet diese Steuer auch als Quellensteuer.

Im Jahr 2002 wurde jedoch bei der Anonymität des Sparbuches eine Änderung vorgenommen. Der Inhaber eines Sparbuches muss sich im Gegensatz zu früher bei der Bank ausweisen.

Österreich meldet grundsätzlich keine Daten an Behörden im Ausland. Die Banken führen trotz der EU-Zinssteuer-Richtlinie weiterhin anonym die Quellensteuern ab. Diese Abgaben haben keine Identitätsangaben und werden an den Wohnsitzstaat des Kunden weitergeleitet. Hier werden sie mit der Einkommen-Steuererklärung verrechnet.

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