Beleihungsgrenze

Wer sich mir Baufinanzierungen und derlei Dingen beschäftigt, der stößt immer wieder auf den Begriff „Beleihungsgrenze“. Was die Banken jedoch genau unter der Beleihungsgrenze verstehen, wird nur selten ausreichend erörtert.

Die Beleihungsgrenze ist derjenige Wert des zu finanzierenden Objektes, der von der Bank also Sicherheit akzeptiert wird. Dies ist in der Regel weniger als 100%, was ja dem vollen Wert des Objektes entsprechen würde – meist sind es ca. 70-80% des Buchwertes. Diese Grenze wird dabei oft auch als „Beleihungsauslauf“ bezeichnet. Die Beleihungsgrenze verfolgt einzig und alleine den Zweck, die Bank vor etwaigen Verlusten im Fall einer Verwertung des Gebäudes zu schützen.
Kommt ein Kreditnehmer seinen Kreditverpflichtungen nämlich nicht nach, geht das Objekt irgendwann in die Zwangsvollstreckung. Da auf diesem Wege aber niemals der volle Marktwert eines Objektes erzielt werden kann, kann die Bank auch nur einen bestimmten Prozentsatz des eigentlichen Wertes als Sicherheit akzeptieren. Kommt es nämlich bei einer Beleihungsgrenze von 70% zu einer Versteigerung des Objektes und es werden lediglich 70% des Wertes erzielt, ist die Bank ohne Verlust aus dem Geschäft herausgekommen.
Wer die Mittel zum Schließen der Beleihungslücke nicht aufbringen kann, sollte entweder Ersatzsicherheiten vorweisen können oder derart gut verdienen, dass die Bank keine Gefährdung ihres eingesetzten Kapitals befürchten muss. Auch ein festes, sicheres Arbeitsverhältnis sichert in diesem Zusammenhang ein positives Scoring.

Die Beleihungsgrenze ist in der Regel kein starres Gebilde, sondern richtet sich stets nach den Gegebenheiten in der Objektumgebung. Steht das Haus auf dem Land oder in der Stadt? Wie sind die Grundstückspreise in der Region beschaffen? All diese Fragen fließen stets in die Wertung mit ein.

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