Effektivzins – Was ist der Effektivzins?

Kreditnehmer und Geldanleger werden mit Begriffen wie „Nominalzins“ und „Effektivzins“ konfrontiert. Der Unterschied ist leicht zu verstehen:
Der Nominalzins wird auf das nominal benannte Kapital berechnet, der Effektivzins berücksichtigt Kursabweichungen und – so es sich um eine ehrliche Bank handelt – alle Gebühren. Statt Effektivzins könnte man ihn auch als den „Echtzins“ bezeichnen und damit Auskunftgeber über den wahrhaftigen Zinsaufwand oder -ertrag.

Beispiel für eine Geldanlage:
Ein festverzinsliches Wertpapier hat einen Nominalkurs von 1.000 Euro, wird aber mit einem Aufschlag von 5%, also 1.050 Euro verkauft. Der Nominalzins beträgt 4 Prozent. Berechnet werden 4 Prozent auf 1.000 Euro. Der Käufer erhält jährlich 40 Euro Zinsen. Da er das Papier für 1.050 Euro erworben hat, beträgt der wahrhaftige Zins (der Effektivzins) auf das eingesetzte Kapital lediglich 3,81 %.

Formel:
Effektivzins = Erhaltener Jahreszins : eingesetztes Kapital x 100, in diesem Beispiel: 40 : 1050 x 100 = 3,81.

Effektivzins bei Krediten:
Die Bank zahlt von 100.000 Euro Kredit 98% aus, der Schuldner erhält also 2.000 Euro weniger, zahlt aber auf 100.000 € Zinsen. In diesem Fall liegt der Effektivzins höher als der Nominalzins (Beispiel: Kreditzins nominal 5%, effektiv 5,1%)

Tipp:
Anleger und Kreditnehmer sollten sich nicht von Nominalzinsen verlocken lassen, sondern zuerst auf den Effektivzins achten. Vergleichbar mit Verpackungen – nicht das Bruttogewicht ist wichtig, sondern das, was netto dabei heraus kommt.

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