Entwicklung der Kreditzinsen 2011 in Österreich

Der Zinssatz bei Krediten mit variablen Zinsen setzt sich bei österreichischen Kreditverträgen im Regelfall aus einem Referenzzinssatz (Indikator) und einem Aufschlag der Bank zusammen. Die Auswahl des maßgeblichen Referenzzinssatzes wird von der Bank getroffen. Auf dessen Höhe kann weder der Kunde noch die Bank Einfluss nehmen. Der Aufschlag hängt im Wesentlichen von der Bonität des Kreditnehmers und seinem Verhandlungsgeschick ab. Von österreichischen Banken wird als Referenzzinssatz in den Kreditverträgen meist der 3-Monats-Euribor vorgegeben. Der 3-Monats-Euribor befand sich über einen längeren Zeitraum auf einem historischen Tief, die Kreditzinsen in Österreich waren sehr niedrig. Seit einigen Monaten sind die Kreditzinsen in Österreich leicht gestiegen. So hat auch die Europäische Zentralbank (EZB) im April den Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 1,25 % erhöht. Nochmalige Zinserhöhungen für das Jahr 2011 wurden von der EZB nicht ausgeschlossen. Das Ziel der EZB liegt darin, den Anstieg der Inflation über ein erträgliches Niveau von höchstens 3 % durch die Anhebung des Leitzinssatzes zu verhindern. Die meisten Experten gehen daher für das laufende Jahr von einem weiteren Anstieg des Leitzinssatzes in mehreren Schritten um insgesamt 0,50 % – 0,75 % aus. Der Anstieg der Inflation und die Erhöhung des Zinsniveaus werden auch für Kreditnehmer mit österreichischen Kreditverträgen zu einer Verteuerung ihrer laufenden Kredite und einer entsprechenden Erhöhung der monatlichen Ratenzahlungen führen.

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