EUR-Kurs: Die Vorteile und Nachteile eines starken Euro

Ein starker Euro – ist der nun gut oder schlecht für eine Volkswirtschaft? Dazu hört man oft viele verschiedene Meinungen. Sicher ist, dass ein starker Euro sowohl Vorteile als auch Nachteile aufweist.

Die Exporteure neigen dazu, einen starken Euro als negativ einzuschätzen, denn ihre Waren werden mit dem steigenden Euro-Kurs im Nicht-Euro-Ausland teurer, so dass ihre Absatzchancen gegenüber der Konkurrenz aus anderen Ländern sinken. Immerhin lag die Exportquote Österreichs im Jahr 2009 bei 50,5 Prozent, so dass der Außenhandel einen enorm wichtigen Beitrag zur gesamten Wirtschaftsleistung beisteuerte. Rund 45 Prozent der exportierten Waren gingen dabei an Länder außerhalb der Eurozone und waren von einem stärkeren Euro negativ betroffen waren, d.h. sie wurden teurer.

Auf der anderen Seite sehen Importeure einen starken Euro positiv, denn ihre Euros gewinnen an Kaufkraft gegenüber anderen Währungen und sie können im Nicht-Euro-Ausland billiger Einkaufen. Das gilt z.B. für den Import von Energierohstoffen wie Öl und Erdgas, die sich mit steigendem Euro-Kurs für die Unternehmen und die Verbraucher verbilligen. Insgesamt lag die Importquote Österreichs 2009 bei 46 Prozent, wobei 38 Prozent der importierten Waren von Ländern außerhalb der Eurozone bezogen wurden. In der heutigen arbeitsteiligen Wirtschaft bedeutet dies, dass auch viele Vorprodukte importiert, und nach ihrer Weiterverarbeitung als Endprodukt wiederum exportiert werden, so dass auf diese Weise auch die Exporteure zumindest teilweise von einem starken Euro profitieren.

Ein starker Euro hat also seine zwei Seiten. Gegen Währungsschwankungen kann sich zudem jedes Unternehmen zumindest teilweise durch Hedging-Strategien über die Terminbörsen absichern.

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