Franken Kredit – jetzt konvertieren?

Die Schweizer Notenbank (SNB) hat sich zu dem Schritt entschlossen, den Schweizer Franken an den Euro zu koppeln.
Sie möchte den Wechselkurs langfristig bei 1,20 Franken pro Euro halten.
Hintergrund ist die massive Aufwertung des Franken durch die Euro-Krise.
Durch die Krise ist das Vertrauen in den Euro geschwunden, dadurch fliehen viele Anlieger in eine stabilere Währung und investieren in Franken.

Dies hat verheerende Folgen für die Schweizer Wirtschaft. Durch die Verteuerung der Exportgüter gingen die Exporte um knapp 20 Prozent zurück.
Auch die Tourismusbranche leidet unter der Verteuerung des Franken für ausländische Urlauber.

Es wird von Fachleuten allerdings bezweifelt, dass die Kopplung langfristig gehalten werden kann. Sobald die Risiken für die Schweizer Wirtschaft geringer werden, wird die Schweizer Notenbank die Interventionen wahrscheinlich beenden.

Was ist die Folge für Kreditnehmer, die sich in Schweizer Franken verschuldet haben?
Peter Bosek, Vorstand der Erste Bank, wies darauf hin, dass sich die Franken-Kredite durch die Verteuerung des Franken bereits um 30 Prozent erhöht haben.

Da die Dauer der Kopplung des Schweizer Franken an den Euro nicht sicher vorhersagbar ist, rät die Erste Bank ihren Kunden zu einer Umwandlung ihrer Franken-Kredite in Euro-Kredite.
Diese Umwandlung wird ihnen kostenlos angeboten, somit sind fallen keinerlei Mehrkosten für die Kunden an.
Der Vorteil für die Kunden liegt auf der Hand: durch die Umwandlung hätten die Kunden Planungssicherheit und wären nicht den im nächsten Jahr zu erwartenden Wechselkursschwankungen ausgesetzt.

Aber auch die Erste Bank würde von einer Konvertierung profitieren.
Das Risiko dafür, dass ein Kreditnehmen den Kredit nicht bedienen kann, würde geringer.

Man kann nicht mit Sicherheit sagen, wie sich der Kurs des Franken entwickeln wird.
Es ist durchaus möglich, dass der Euro wieder stärker wird. Dadurch würden die Frankenkredite wieder günstiger.
Aus heutiger Sicht scheint dies jedoch sehr unwahrscheinlich.
Dadurch erscheint es als rational beste Lösung, das Angebot der Erste Bank anzunehmen.

Quellen:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/die-schweiz-gewinnt-zeit-aber-wird-nicht-erfolgreich-sein/4583676.html

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/international/398953_Franken-Kredite-Jetzt-raus.html

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:franken-wechselkurs-schweiz-kann-krise/60106842.html

http://www.welt.de/finanzen/article13587371/Die-Schweiz-koppelt-den-Franken-an-den-Euro.html

http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE79304220111004

http://www.welt.de/wirtschaft/article13583883/Starker-Franken-bedroht-Tausende-Jobs-in-der-Schweiz.html

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/schweizerfranken112.html

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