Fremdwährungskredit für Unternehmen

Ein Fremdwährungskredit für Private bzw. für Konsumenten wurde nahezu verboten durch die FMA. Nur unter rigorosen Auflagen, dürfte sich eine Bank getrauen einen Fremdwährungskredit an einen Privaten zu vergeben. Aus dieser Angst heraus, dass sich die FMA im Nachhinein diese Kreditfälle besonders gut ansieht, verzichten die Banken auf eine Kreditvergabe in Schweizer Franken, Yen & Co in Zeiten wie diesen. Es hat sich also rumgesprochen, dass ein Fremdwährungskredit kein geeignetes Mittel ist, seinen Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Viel zu groß und schwer wiegen hier die 3 Risiken die ein Fremdwährungskredit mit sich bringt.

  • Kursrisiko
  • Zinsrisiko
  • Tilgungsträgerrisiko

Aber nicht nur Private waren eifrige Nehmer von Fremdwährungskrediten. Auch viele Unternehmen haben hier eine Chance gesehen, günstig an Geld zu kommen. Da Unternehmen in ihren Entscheidungen weit aus freier sind wie Private, gibt es bei Unternehmen nicht die gleichen Vorgaben von der FMA-Seite. Das bedeutet, dass Unternehmen grundsätzlich Fremdwährungskredite abschließen können. Da aber durch die Krise 2008 ein Meinungsumschwung in Sachen Fremdwährungskredit auch bei Unternehmen stattgefunden hat, werden heutzutage nur noch wenige Fremdwährungskredite abgeschlossen. Fremdwährungskredite sind auch für Unternehmen zu einem fast unkalkulierbaren Risiko geworden bzw. muss hier ein Experte ran, um die Risiken richtig beurteilen zu können. Es ist hierbei mehr als fraglich, ob dies österreichische Unternehmen können? In manchen Konzernen dürfte diese Kompetenz durchaus gegeben sein, jedoch ist es dann schon sehr bald zu Ende, wenn es um die Fremdwährungskredit-Kompetenz in den eigenen Reihen geht. Franz Hartl, seines Zeichens der Geschäftsführer der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank Ges.m.b.H. hat in einem Beitrag dazu folgende Tipps dazu geschrieben:

  • Es ist empfehlenswert nur einen Teil des gesamten Fremd­finanzierungsbedarfes in einer fremden Währung decken und zur Gänze davon Abstand zu nehmen, wenn eine im Bereich des Möglichen liegende Kursschwankung die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gefährden könnte.
  • Volatile (stark schwankende) Währungen sollten überhaupt vermieden werden.
  • Auch in einer fremden Währung sollte man sich keine höhere Kreditbelastung zumuten, als auch in Euro verkraftbar wäre.
  • Für eine Fremdwährungsfinanzierung könnte sprechen, wenn es tatsächlich gelingt, Einnahmen aus dem entsprechenden Währungsraum zu lukrieren. Das Wechselkursrisiko ist dann zumindest im Umfang dieser Einnahmen geringer.

Nach diesen guten Tipps in Sachen Fremdwährungskredite für Unternehmen bleibt festzuhalten, dass nur jene Unternehmen sich einen Fremdwährungskredit leisten sollen, die die Kompetenz dazu haben (es handelt sich hier nicht um die Organisiation eines Kindergeburtstags!) und die auch das nötige Kleingeld dazu haben, wenn die Sache mal aus dem Ruder läuft. So ein Fremdwährungskredit kann dem Unternehmen nämlich auch sehr teuer kommen und Sie möchten doch nicht die Existenz des Unternehmens wegen eines Fremdwährungskredits auf Messers Schneide setzen, oder?!?

Hinterlassen Sie eine Antwort