Griechenland Kredit

Im Mai 2010 rief das finanziell angeschlangene Griechenland seine EU-Partner um Hilfe an, was in den Ländern Kerneuropas mit gemischten Gefühlen betrachtet wurde. Hatte man in den wirtschaftlich starken Ländern nicht stets versprochen, der Euro werde nicht dazu führen, dass die dortigen Steuerzahler andere Länder mit durchfüttern müssen? Sicher, unter dem Verweis auf die europäische Solidarität lässt sich einiges durchsetzen, aber im Falle der Griechen, die sich selbst durch die Meldung falscher Zahlen über ihre finanziellen Verhältnisse an die EU ausgesprochen unsolidarisch verhalten hatten, hatte doch so manch einer mit dieser Begründung seine Probleme.
Das erste Rettungspaket für Griechenland umfasste Garantien in Höhe von 110 Milliarden Euro, für die EU und IWF gemeinsam haften. Die griechische Regierung hatte im Gegenzug für diese Hilfen eine strikte Haushaltskonsolidierung voranzutreiben und auf diese Weise das Defizit zu senken. Wie jedoch im weiteren Verlaufe des Jahres 2010 und zu Beginn des Jahres 2011 deutlich wurde, gestaltete sich dieses Vorhaben als schwierig. In der griechischen Gesellschaft regte sich Widerstand gegen die Sparpläne, und zu allem Überfluss rutschte die Wirtschaft in die Rezession. Im Frühjahr 2011 wurden immer größere Zweifel geäußert, ob das Land die vorgegebenen Konsolidierungsziele überhaupt würde erreichen können. Die schlechte wirtschaftliche Lage hat zudem die Defizitproblematik weiter verschärft, weshalb im Sommer 2011 bereits über ein zweites mögliches Hilfspaket für das Land diskutiert wird.

Hinterlassen Sie eine Antwort