Kredit oder Darlehen: Der Unterschied

Ich brauche einen Kredit, oder brauche ich ein Darlehen? Nun, das kommt darauf an und meistens werden die beiden Begriffe Kredit und Darlehen gerne als Synonym verwednet. Beispielsweise ist es so, dass bei einem Hauskauf meist ein Darlehen aufgenommen wird, bei einem Autokauf meist ein Kredit. Auch wenn es im alltäglichen Sprachgebrauch wohl kaum einen Unterschied zwischen Kredit und Darlehen gibt, sollte man trotzdem Acht geben, denn juristisch ist es sehr wohl ein Unterschied, ob es nun ein Kredit oder ein Darlehen ist.

Im Unterschied zu einem Kredit ist es nämlich möglich, dass ein Darlehen nämlich unentgeltlich gewährt werden kann. Dazu kommt auch noch, dass der Darlehensvertrag erst mit der Übergabe einer Sache, in der Regel ist dies das Geld, zustande kommt. Bis zu diesem Zeitpunkt bestehen zwischen den Vertragspartnern, also dem Darlehensgeber und dem Darlehensnehmer lediglich

  • Schutzpflichten
  • Sorgfaltspflichten
  • Aufklärungspflichten

aus vertraglicher Sicht. Anders ist dies hingegen bei einem Kredit.

Bei einem Kredit bzw. einem Kreditvertrag ist es so, dass dieser bereits durch die Vereinbarung zustande kommt. Das bedeutet, dass wenn der Krediteröffnungsvertrag unterschrieben ist, so gibt es zwischen den beiden Vertragsparteien bereits ein Dauerschuldverhältnis. In diesem Kreditvertrag verpflichtet sich der Kreditgeber (die Bank bzw. Sparkasse), dass sie dem Kreditnehmer für eine bestimmte Zeit einen bestimmten Betrag an Geld zur Verfügung stellt. Der Kreditnehmer verpflichtet sich im Gegenzug, dass er den Geldbetrag samt Zinsen zurückbezahlt.

Nächster Unterschied zwischen einem Kredit und einem Darlehen ist die Vergebührung. Ein Darlehen wird pauschal mit 0,8 % vergebührt, ein Kredit auch mit 0,8 % Kreditsteuer belegt, wenn er nicht länger wie 5 Jahre läuft. Bei längerfristigen Krediten beträgt die Kreditsteuer satte 1,5 %. Findige haben hier sogar einen kleinen Trick parat, wie man sich nun die 0,8 % Gebühr fürs Finanzamt spart. Das ganze basiert auf dem Baurecht und funktioniert so: Der Vertrag wird ohne unterfertigte Vertragsurkunde geschlossen. Darlehensnehmer bzw. Kreditnehmer unterfertigen den Darlehens- bzw. Kreditvertrag und schicken diesen nachweislich an die Bank bzw. Sparkasse und diese zahlen den Betrag faktisch aus. Dadurch entsteht das Geschäft, ohne dass die Bank oder Sparkasse den Vertrag ebenfalls unterzeichnen.

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