Kreditzinsen steigen – warum ist das so?

Steigende Kreditzinsen stehen in Europa und auch in Österreich bevor, denn die Leitzinsen steigen an

Die Europäische Zentralbank hat am 08.07.2011 zur Dämpfung der Inflation den Leitzins um 0,25% auf 1,5% erhöht. Sofort stiegen die Kreditzinsen der Banken um 0,25% oder sogar 0,5% an. Was ist der Hintergrund?

Die Banken verleihen Geld an Gläubiger, das sie selbst gar nicht haben. Sie leihen sich das Geld ihrerseits bei der EZB. Dafür müssen sie nun etwas höhere Zinsen zahlen. Das an einen Kreditkunden verliehene Geld wird erst am Ende der Kreditlaufzeit wieder in der Kasse sein. Es ist also für mehrere Jahre der Inflation ausgesetzt. In zum Beispiel 6 Jahren sind 10000 Euro zwar immer noch 10000 Euro, aber die Kaufkraft ist um 6 Jahresinflationen geringer. Die Banken schätzen diese zukünftige Inflation und bauen sie als Zinssatz ein. Sie nennen es Abzinsungsfaktor. In den Kreditzinsen ist also zunächst einmal die zu erwartende Abzinsung enthalten. Dazu muss der Leihzins vonder EZB addiert werden und zum Schluss die Gewinnmarge der verleihenden Bank. Steigt eine dieser 3 Stellgrößen, wird der Kredit teurer, seine Zinsen steigen also. Da eine Leitzinserhöhung immer auf Inflation hinweist und in diesem Fall sogar explizit damit begründet wurde, haben die Banken auch Angst vor einem erhöhten Abzinsungsfaktor. Deshalb erhöhen sie die Kreditzinsen nicht nur um die 0,25% der letzten Erhöhung der Europäischen Zentralbank, sondern versuchen die steigende Inflation gleich mit einzupreisen.

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