Lieferantenkredit

Der Lieferantenkredit wird heute von zahlreichen Unternehmungen als Form der Kreditaufnahme genutzt. Der Lieferantenkredit wird im Allgemeinen auch unter der Bezeichnung Warenkredit geführt. Der Lieferantenkredit entsteht immer dann, wenn zum Beispiel eine Lieferung einer Ware erfolgt ist und der Zeitpunkt der Warenlieferung und Zeitpunkt der Zahlung nicht aufeinanderfolgen. Durch die Unterschiede im Zeitpunkt der Warenlieferung und dem Zeitpunkt der Zahlung wird ein Kredit aufgenommen. Der Kredit entsteht, indem der Lieferer seinem Kunden ein bestimmtes Zahlungsziel einräumt. Die entscheidende Besonderheit beim Lieferantenkredit ist darin zu sehen, dass keine Geldmittel gezahlt werden, sondern die Krediteinräumung über das Einräumen einer Ware bzw. eine Verzögerung der Warenlieferung erfolgt.

Der Lieferantenkredit ist zwar häufig sehr kostenintensiv, jedoch wird er von vielen Unternehmen als sehr bequeme Art der kurzfristigen Fremdfinanzierung angesehen. Der Warenkredit wird in den meisten Fällen ohne weitere Formalitäten, Sicherheiten und Eigentumsvorbehalte ausgegeben. Der Kredit wird quasi „nebenbei“ gewährt.
Für den Lieferantenkredit wird direkt kein Zins gezahlt. Allerdings ist der Liefererkredit nur zwischen dem Rechnungseingang und der Skontierungsfrist kostenfrei. Wird die Skontierungsfrist hingegen überschritten, ist der Liefererkredit eine sehr kostspielige Form der Kreditaufnahme. Im Skontoabzug ist der Zins indirekt versteckt.
Aus diesem Grund sollte man unbedingt die Skontierungsfrist ausnutzen und zur Zahlung ggf. auch einen billigen
Bankkredit einsetzen. Der Zinssatz des Lieferantenkredits kann einfach ermittelt werden. Eine Berechnungsformel – bei der der Skontobetrag mit 100 und 360 multipliziert und durch (Rechnungsbetrag-Skontobetrag)x(zahlungziel-Skontofrist) dividiert wird – kann dabei helfen den Zinssatz für die Kreditaufnahme zu ermitteln. Somit kann ein direkter Vergleich zu einem herkömmlichen Bankkredit angestellt werden.

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