Linz und der Schweizer Franken

Linz droht ein Spekulationsdebakel, denn schon 23,7 Millionen Euro hat die Stadt bei einem Geschäft mit Schweizer Franken verloren. Laut einer Umfrage ist die Linzer Bevölkerung durch die angespannte Finanzsituation beunruhigt.

Die SPÖ-Regierung der Landeshauptstadt Linz steht unter Druck. Ein Spekulationsgeschäft mit Schweizer Franken sorgt für hohe Verluste und sinkendes Vertrauen der Bevölkerung. So hat eine repräsentative Umfrage durch das Tiroler „Institut für angewandte Politikwissenschaft“ ermittelt, dass in der Bevölkerung der Stadt derzeit sogar Ausländerpolitik und Verkehrsprobleme in den Hintergrund gedrängt werden durch die hohen Verluste aus den städtischen Finanzspekulationen.

Normalerweise nimmt die Bevölkerung die Finanzpolitik kaum wahr, doch laut Studie verfolgen derzeit rund 80 Prozent der Linzer die Finanzaffäre. Auch die Hauptverantwortlichen scheinen bekannt zu sein, so nennen 67 Prozent der Befragten den Finanzstadtrat Mayr, 53 Prozent halten Bürgermeister Franz Dobusch (beide SPÖ) für den Verantwortlichen. Dobuschs Glaubwürdigkeit ist aktuell auf einem Tiefstand, denn 73 Prozent der Linzer halten seine Aussage für unglaubwürdig, er habe von der Spekulation mit Schweizer Franken nichts gewusst.

Die Opposition fordert Aufklärung, denn die Gemeindepolitik müsse verlorenes Vertrauen wieder herstellen. So jedenfalls äußert sich der VP-Vizebürgermeister Erich Watzl. Der Kontrollausschuss des Linzer Gemeinderates wird nun damit beschäftigt, die politische Verantwortung für das Debakel zu lokalisieren. DV, FP und Grüne fordern öffentliche Sitzungen des Ausschusses, denn die Bevölkerung habe das Recht, genau informiert zu werden.

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