Liquiditätsplan

Ein Liquiditätsplan ist nicht nur in Unternehmen ein wichtiges Controlling-Instrument, sondern ermöglicht auch privaten Personen, insbesondere Kreditnehmern eine zeitnahe Übersicht der eigenen finanziellen Lage.
Die Erstellung eines Liquiditätsplans kann bereits vor einer Kreditbeantragung erfolgen, in dem Fall mit Plangrößen. Manche österreichische Banken fordern sogar einen mehr oder weniger detaillierten Liquiditätsplan um die Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers besser einschätzen zu können.
Ein Liquiditätsplan sollte immer Einzahlungen und Auszahlungen beinhalten und somit tatsächliche Geldzu- und -abflüsse. Der Liquiditätsplan sollte in den ersten Jahren (1-3 Jahre etwa) sehr detailliert erstellt werden. Für die Einzahlungsschätzungen eignen sich Zahlen aus der nahen Vergangenheit, wie etwa das letzte Gehalt, Mieteinnahmen etc. Diese Zahlen sollten um bekannte Änderungen angepasst werden. Beispielweise kann eine Gehaltserhöhung in den nächsten 12 Monaten in die Planzahlen eingebaut werden. Schwieriger wird es bei unregelmäßigen Einzahlungen wie etwa Prämien, Dividendeneinkünften oder Kursgewinnen aus Wertpapierverkäufen. Hier sollten grobe Schätzungen erfolgen, wobei eine zurückhaltende Schätzung vorteilhafter ist und einen Sicherheitspuffer darstellt. Mit steigendem Zeithorizont werden die Planzahlen naturgemäß immer ungenauer. Bei den Auszahlungen sollten die fixen monatlichen Zahlungen großzügig um eine mögliche Inflation, insbesondere in der fernen Zukunft angepasst werden. Wichtig ist es auch, große Veränderungen im Leben, wie etwa Kinder, Umzug oder Hausrenovierung mit einem größeren Sicherheitspuffer zu berücksichtigen. Die Differenz aus Einzahlungen und Auszahlungen wird den Liquiditätsüberschuss oder die Deckungslücke darstellen und kann Anpassungen im Haushalten erfordern.

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