Österreich rettet die Banken und Europa – und lässt die eigenen Bürger im Stich!

Hier handelt es sich um einen Gastbeitrag der Initiative rund um Leidtragende von Schweizer-Franken-Kredite. Interessierte können sich auf der Website www.chfkredit.jimdo.com näher informieren.

Laut VKI gibt es in Österreich ca. 250.000 Schweizer-Franken-Kredite. Ein Großteil davon wurde zur Wohnraumschaffung aufgenommen.

Der große Vorteil eines Schweizer-Franken-Kredites besteht immer noch darin, dass die Zinsen weitaus niedriger sind als bei einem Euro-Kredit. Da der Kurs EUR/CHF über einen sehr langen Zeitraum stabil war und auch öffentliche Stellen wie Bund, Länder und Gemeinden jahrelang derartige Kredite aufgenommen haben, wurde der Eindruck vermittelt, ein Frankenkredit sei eine sichere Sache. Viele Banken haben ihren Kunden sogar geraten, anstelle eines Euro-Kredites einen Schweizer-Franken-Kredit zu wählen. Erstens, weil sie damit Kredite an Kunden verkaufen konnten, die sich einen Euro-Kredit nicht leisten hätten können. Und nicht zuletzt deshalb, weil ein Großteil dieser Kredite endfällig mit Tilgungsträger abgeschlossen wurde und die Banken damit bis heute doppelt verdienen.

In den letzten Monaten verfällt der Euro allderings zusehends gegenüber dem Schweizer Franken. Der Kursverfall ist das Produkt von unverantwortlicher Europa- und Finanzpolitik und eine Folge von völlig unzureichender Regulierung und schlampigen Kontrollen – alles Verhaltensweisen, auf die die Bürger keinen Einfluss hatten.

Auf Grund der Kursentwicklung schreiben nun Schweizer-Franken-Kredite hohe Verluste. In den meisten Fällen zwar noch Buchverluste, aber für manche Kreditnehmer wurden diese Verluste durch eine von der Bank betriebene Konvertierung bereits realisiert. Verluste von € 50.000,– und mehr sind dabei die Regel.

Die Kreditnehmer sind sehr verunsichert, wie die Lage einzuschätzen ist und wie man auf diese Entwicklungen am besten reagieren sollte. Viele erhalten bereits Druck von der Bank oder befürchten das in Kürze und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

Das derzeitige Szenario sieht wie folgt aus:

  • Die Banken waren sehrwohl für das Abkassieren der bisherigen Gewinne zuständig, wollen auf Grund der negativen Kursentwicklung ab sofort aber für nichts mehr verantwortlich sein.
  • Für die Verluste von Bürgermeistern, Finanzstadträten und anderen Politikern, die mit öffentlichen Geldern Schweizer-Franken-Kredite abgeschlossen haben, haftet der Steuerzahler. Und nicht nur für die Verluste, sondern auch für sämtliche Finanzberatungs- und Rechtsberatungskosten in diesen Fällen.
  • Übrig geblieben sind die Bürger. Sie haben mit ihren kreditfinanzierten Ausgaben ebenfalls Arbeitsplätze gesichert und Steuern bezahlt. Aber nun fühlt sich niemand mehr für sie zuständig. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Die öffentlichen Kreditnehmer aus der Politik haften weder für ihre Verluste mit dem Privatvermögen, noch müssen sie die Kosten für Finanz- und Rechtsberatung übernehmen. Von den Privaten verlangt man das sehrwohl. Und die Politik schweigt – sie schweigt immer noch …
  • Und auch die österreichische Wirtschaft wird zu den Verlierern zählen, wenn man dieser Entwicklung nicht entgegenwirkt. Denn die hohen Kursverluste werden die Kaufkraft von 250.000 Österreichern und ihren Familien (in Summe ca. 1.000.000 Menschen!) erheblich schwächen. So fließt abermals Geld in die Banken. Geld, das in der Wirtschaft Arbeitsplätze sichern und dem Staat Steuern einbringen würde. Bei den Banken wird das Geld weder die eine noch die andere Wirkung zeigen. Es wird versickern, wie so viele andere Gelder bereits zuvor …

Aus einigen der betroffenen Kreditnehmer hat sich eine Privatinitiative entwickelt. Das Netzwerk Schweizer Franken Kredit bietet allen Betroffenen eine Plattform für Vernetzung, Austausch, Beratung und Aktion. Am 17.7.2011 gab es das erste Treffen, weitere werden folgen. Betroffene und Interessenten können sich auf www.chfkredit.jimdo.com über diese Initiative informieren und dem Netzwerk beitreten. Die Mitgliedschaft ist unverbindlich und kostenlos. Mitgliederdaten bleiben unter Verschluss!

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