Rechtsgeschäfte

Von | 9. Mai 2012

Das Rechtsgeschäft im österreichischen Sinne besteht aus einer, zwei oder mehreren Willenserklärung(en) der am Geschäft beteiligten Parteien. Deswegen unterscheidet man nach der Anzahl der das Rechtsgeschäft begründenden Willenserklärungen zwischen einseitigen, zweiseitigen und mehrseitigen Rechtsgeschäften.
Die Auslegung und Korrektur von Willenserklärung stellt ein eigenes Gebiet des Bürgerlichen Rechts dar, das wie Rechtsgeschäfte im Allgemeinen im ABGB geregelt ist. Die hinter dem Rechtsgeschäft stehende(n) Willenserklärung(en) sind auf eine Rechtswirkung gerichtet: auf die Erzielung eines bestimmten Erfolges. Die Erfolge bestehen im Begründen, Aufheben oder Ändern von Rechten und Pflichten.
Wesentliche Kriterien beim Rechtsgeschäft sind Vertrauens- und Verkehrsschutz. Zurechenbar ist eine Willenserklärung nicht nur wenn sie gewollt ist, sondern wenn nach den Erfahrungen rechtsgeschäftlichen Handelns und der Sicht des anderen Teils die Annahme gerechtfertigt ist, dass die erklärende Partei das Rechtsgeschäft will und ernst meint. Willenserklärungen können ausdrücklich, in Worten also, schlüssig oder stillschweigend geäußert werden.
Ein mögliches Rechtsgeschäft ist der Vertrag, er ist von übereinstimmenden Willenserklärungen mindestens zweier Parteien abhängig: Der Vertrag besteht aus Willenserklärungen, die übereinstimmend sein müssen und Antrag oder Offerte und Annahme heißen.
Der Gesellschaftsvertrag hingegen ist ein mehrseitiges Rechtsgeschäft, weil er aus Willenserklärung von mehreren, oft vielen Leuten besteht.
Das Testament und die Auslobung (Versprechen einer Belohnung für einen bestimmten Erfolg) sind einseitige Rechtsgeschäfte.

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