Referenzzinssatz

Für die verschiedenen Instrumente des Geldmarktes wie z.B. Termingelder, Geldwertpapieren oder Diskontkrediten und vor allem auch für die unter den Kreditinstituten am Markt gehandelten Kredite und Anlagen erfolgt die Zinsstellung anhand eines Referenzzinssatzes, der an unterschiedlichen Bankenplätzen ermittelt wird und verschiedene Ausprägungsformen hat.
Unter anderem ist hier der Referenzzinssatz LIBOR, das ist der Aufnahmesatz am Londoner Bankengeldmarkt (London Interbank Offered Rate) zu nennen. Es werden hier Zinssätze nach unterschiedlichen Fristen, von eins bis zwölf Monate, notiert.

Innerhalb der Europäischen Währungsunion gilt seit dem 01. Jänner 1999 der EURIBOR (European Interbank Offered Rate) als neuer Referenzzinssatz. Er löste die nationalen, an den jeweiligen Bankenplätzen gehandelten Zinssätze ab und wird durch die Kursstellung von zur Zeit 57 europäischen Instituten ermittelt. Auf dem Eurokreditmarkt wird der Großteil der kurz- bis mittelfristigen europäischen Gelder angelegt bzw. gehandelt, wobei diese bei einer variablen Verzinsung an den EURIBOR als Referenzzinssatz gekoppelt sind. Charakteristisch ist, dass Kreditinstitute und andere Finanzmakler die Mittlerfunktion übernehmen. Auf dem Eurokapitalmarkt werden die längerfristigen Anlagen, Kreditaufnahmen und Euroanleihen gehandelt, deren Zinssatz sich ebenfalls am genannten EURIBOR orientiert.
Auch die nicht börsengehandelte Zinsinstrumente beinhalten in der Regel eine Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien über die Festlegung eines für alle Parteien verbindlichen Zinssatzes für die Zukunft. So werden auf dem Terminmarkt Kredite und Wertpapiere gehandelt, deren Festzinssatz für eine bestimmte Periode unter Zugrundelegung eines Referenzzinssatzes festgelegt wird.

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