Schadensbedarf

Der Schadenbedarf: ein wichtiger Begriff in der Prämienkalkulation

Wenn man die Schäden eines Versicherers im Bilanzjahr durch die Anzahl der versicherten Risiken dividiert, so erhält man den Schadenbedarf pro Stück.
Ein Beispiel: Eine Handyversicherung ist seit dem iPhone bei den Kunden sehr beliebt. Der
Schadenbedarf beim iPhone ist in der Folge aber um mehr als 50% gestiegen, was den Versicherer berechtigt, die monatliche Prämie zu erhöhen. Dem Versicherungsnehmer wird im Gegenzug ein außerordentliches Kündigungsrecht eingerämt.

Die österreichische Rechtslage am Beispiel der KfZ-Versicherung zum Kündigungsrecht bei Prämienerhöhung:
Wenn das Versicherungsunternehmen die vereinbarte Prämie einseitig erhöht, dann kann der Versicherungsnehmer den Versicherungsvertrag innerhalb von einem Monat kündigen. Zu den sogenannten Prämienanpassungsklauseln wird ausgeführt, dass in einer vertraglichen Prämienanpassungsklausel nur dann auf einen solchen Index mit rechtlicher Wirkung Bezug genommen werden kann, der auf Grund des Bundesstatistikgesetzes 1965, BGBl. Nr. 91, in der jeweils geltenden Fassung vom österreichischen Statistischen Zentralamt berechnet und veröffentlicht wird und der speziell dem Schadenbedarf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung entspricht. Solange es keinen solchen Index gibt, kann der Versicherer die Prämien auf Grund einer vereinbarten Prämienanpassungsklausel im Ausmaß des individuellen Schadenbedarfs erhöhen. Allerdings können derartige Prämienerhöhungen auf Grund von vertraglichen Prämienanpassungsklauseln rechtswirksam nur in mindestens einjährigen Abständen vorgenommen werden.

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