Schulden ohne Schuldschein

Wie sieht es aus, wenn man jemanden Geld gebort hat, aber keinen Schuldschein hat?

Wer einer anderen Person Geld geborgt hat, sollte im Idealfall natürlich einen Schuldschein erhalten haben. Ein Schuldschein dokumentiert den Erhalt des Geldes und hat eigentlich die Aufgabe, eine spätere Beweisführung zu erleichtern. Wer das Geld dann später einfordert, hat, wenn die andere Person den Erhalt des Geldes bestreitet, ein Beweisproblem. Wenn er Glück hat, kann eine dritte Person die Übergabe des Geldes vielleicht bezeugen. Diese Person sollte sich aber einigermaßen genau an die Details der Übergabe, wie Zeitpunkt und Örtlichkeit, erinnern können und in der Lage sein, ihre Aussage in einem eventuellen Rechtsstreit vor dem Richter zu wiederholen.

Steht auch kein Zeuge zur Verfügung, hat sich manch ein Darlehensgeber auch schon mal mit einem Trick geholfen. Man schreibt den Darlehensnehmer an und fordert ihn auf, einen bestimmten Betrag zurück zu zahlen. Der Betrag, der in diesem Aufforderungsschreiben benannt wird, liegt aber um einiges höher als der Betrag, der tatsächlich geborgt wurde. Wenn der Darlehensgeber noch etwas Glück hat, ärgert sich der Darlehensnehmer und schreibt ihm zurück, dass der geborgte Betrag doch niedriger gewesen sei, als der, der in dem Aufforderungschreiben benannt wurde. Diese Stellungnahme dokumentiert dann, dass der Darlehensnehmer den Betrag tatsächlich empfangen hat, indem er den Erhalt der geborgten Summe mit dem genauen Betrag selbst ausdrücklich und schriftlich bestätigt. Seine Antwort kann als Anerkenntnis interpretiert werden und eine Klage begründen.

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