Schulden und die Inflation

Wer einen Kredit aufnimmt, sollte nicht damit kalkulieren, dass, im Fall einer Inflation, auch seine Schulden geringer werden. Grund dafür ist die sogenannte Zinsgleitklausel, die in vielen Kreditverträgen Verwendung findet.

Warum die Schulden nicht unbedingt weniger werden durch eine Inflation

Denn bei einem Kredit mit variablem Zinssatz spielt die Zinsgleitklausel eine bedeutende Rolle, das bedeutet, das aufgrund des Konsumentenschutzgesetzes die Entwicklung der Zinsen an einen Referenzzinssatz gebunden ist. Es gibt zwei Referenzzinssätze, die zugrunde gelegt werden können. Zum Einen sind dies die Sekundärmarktkredite (SMR), zum Anderen der Euribor. Dieser beschreibt den Zinssatz, zu dem die Banken sich gegenseitig Geld leihen. Er orientiert sich am Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank und liegt meistens unter dem SMR, der sich an der Durchschnittsrendite der notierten Anleihen an der Börse in Wien orientiert. Die beiden Referenzzinssätze tendieren allerdings immer wieder deutlich auseinander, weshalb im Allgemeinen immer öfter der Euribor zugrunde gelegt wird. Tendiert dieser nach unten, verringern sich die Zinsen. Aber im Falle einer Inflation ist genau das Gegenteil der Fall. Der Referenzzinssatz wird höher – und der Kredit teurer. Dies lässt sich nur vermeiden, wenn der Kreditnehmer einen Kreditvertrag mit festem Zinssatz abschließt. Dieser unterliegt keinen Schwankungen durch die Inflation, da der Zinssatz während der gesamten Kreditlaufzeit festgeschrieben ist. Somit ist eine Verteuerung des Kredits von vorneherein ausgeschlossen.
Die Zinsgleitklausel für die Anpassung der Kredite mit variablen Zinsen gilt verpflichtend für alle Banken und bezieht sich auf alle Privatkredite, die ab dem 1.3. 2007 abgeschlossen wurden.

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