Staatlich anerkannte Schuldnerberatung – was ist das?

Wer sich in Österreich als Privater überschuldet hat, hat die Möglichkeit den Weg in den Privatkonkurs zu wählen. Da dieses Unterfangen für einen Laien oft unübersichtlich ist, gibt es in diesem Fall die Hilfe der staatlich anerkannten Schuldnerberatung. In jedem Bundesland gibt es Zweigstellen der Schuldnerberatung, die den verzweifelten Personen behilflich sind und sie vom ersten Schritt bis zur erfolgreichen Entschuldung begleiten.

Die staatlich anerkannte Schuldnerberatung arbeitet kostenlos und ist besonders hohen Qualitätskriterien unterworfen. Der Titel wird vom Justizministerium nur an gemeinnützige Einrichtungen verliehen.

Wichtig für die Schuldnerberatung ist, dass sich der Schuldner freiwillig helfen lässt und alle Unterlagen verlässlich vorgelegt werden. Ehrlichkeit wird ohnehin vorausgesetzt, sonst kann dem Schuldner auch nicht geholfen werden. Die Schuldnerberatung vergibt keine Kredite und auch keine sonstigen finanziellen Zuschüsse, sondern steht den Klienten nur bei der Schuldenregelung bei.

Als Erstes wird versucht, mit den Gläubigern eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Scheitert man mit diesem Unterfangen, wird beim zuständigen Gericht der Antrag auf Schuldenregulierung eingebracht. Dabei wird auch ein Zahlungsplan vorgelegt und anhand dieses Zahlungsplanes wird im ersten Wege versucht, eine gerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erreichen. Scheitert auch der Zahlungsplan bleibt als letzter Ausweg das Abschöpfungsverfahren. Dieses Verfahren kann das Gericht auch ohne Zustimmung der Gläubiger einleiten. Der Schuldner ist dann sieben Jahre an verpflichtet, das pfändbare Einkommen abzuführen und dieses wird dann anteilsmäßig an die Gläubiger verteilt. In sieben Jahren muss zumindest 10 Prozent der Gesamtschuld getilgt sein dann spricht das Gericht die Restschuldbefreiung aus und das Verfahren ist abgeschlossen.

Quelle: http://www.ooe.schuldnerberatung.at/_beratung/FAQ.php?menu=2#ch227

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