Tilgungsträger für endfällige Kredite: Ein Glückspiel?

Sind Tilgungsträger für endfällige Kredite überhaupt noch sinnvoll, oder ist dies ein unbeeinflussbares Glückspiel?

In den Jahren vor der Finanzkrise war es vor allem im langfristigen Finanzierungsbereich durchaus üblich, Kredite endfällig gepaart mit einem Tilgungsträger abzuschließen. Aufbauend auf die positiven Entwicklungen von Wertpapierdepots und fondsgebundenden Versicherungen der vergangenen Jahre sollte hier die Wertsteigerung eines Tilgungsträgers die Zinslast der Finanzierung schlagen. Die letzten Jahre haben hier jedoch ein anderes Bild gezeigt und vor allem die Spekulanten wieder auf den Boden der Realität geholt. So haben sich auch teilweise eingerechnete hohe Sicherheitsaufschläge als zu gering erwiesen. Das Risiko eines spekulativen Tilgungsträgers und die anfallenden Kosten im Versicherungsbereich scheinen somit deutlich höher als die Chance, dass sich das Kapital der Versicherung oder des Wertpapierdepots schneller erhöht als das der Finanzierung. Um den Bereich er unbeeinflussbaren Komponenten zu reduzieren und aus einem Tilgungsträger kein reines Glücksspiel zu machen sollten zumindest einige Dinge beachtet werden. So macht es beispielsweise durchaus Sinn ab der zweiten Hälfte der Kreditlaufzeit den Tilgungsträger in risikoärmere Veranlagungsformen zu drehen. Kritisch zu hinterfragen ist auch die Laufzeit eines Tilgungsträgers und dessen Besparung. Um beispielsweise den Zinseszinseffekt besser zu nutzen, kann es Sinn machen am Anfang der Laufzeit eine höhere Einmalzahlung zu leisten. Um die Chancen einer Finanzierung mittels Tilgungsträger nutzen zu können, muss aber auf jeden Fall ein entsprechendes Risiko eingegangen werden. Leider wurden viele dieser Risiken aber gerade die letzte Zeit schlagend und waren oft auch bei guter und dynamischer Begleitung dieses Finanzierungsinstruments nur schwer auszuschalten. Die Entwicklung risikoarmer Tilgungsträger deckt sich aber leider meistens nicht mit der Zinsentwicklung der Finanzierung. Damit müsste man ein höheres Risiko bei der Auswahl des Tilgungsträgers eingehen und damit wird es zu einem Tilgungsträger Glücksspiel.

Man sollte sich also gut überlegen wie wichtig es einem ist, den Kredit am Laufzeitende bedienen zu können. Kann man sich eine Schieflage des Tilgungsträgers überhaupt leisten?!

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