Überziehungskredit

Der Überziehungskredit ist die Möglichkeit, ein Girokonto mit einem Sollsaldo führen zu können. Er wird auch Dispositionskredit, kurz Dispo-Kredit genannt vor dem Hintergrund, dass das Kreditinstitut dem Kontoinhaber für einen bestimmten Zeitraum eine festgelegte Summe zur freien Verwendung zur Verfügung stellt.

Jeder Bürger hat und benötigt heutzutage ein Girokonto. Es wird zur Abwicklung des alltäglichen Geschäftsverkehrs benötigt. Da Einnahmen wie Lohn, Gehalt oder Zahlungen der Öffentlichen Hand allesamt bargeldlos erfolgen, müssen die Zahlungsempfänger zwangsläufig eine Kontoverbindung angeben können.
Grundsätzlich kann nicht mehr ausgegeben werden, als vorhanden ist. Ohne ein Guthaben auf dem Konto können keine Ausgaben gebucht werden. Der Überziehungskredit soll dem Kontoinhaber eine flexiblere Kontoführung ermöglichen, ohne dass daraus ein dauerhafter Kredit wird. Wenn sich beispielsweise Termine für Einnahmen und Ausgaben um einige Tage überschneiden, hilft ein solcher Überziehungskredit, diese temporäre Deckungslücke zu überbrücken. Das Konto ist im Minus, und nach wenigen Tagen wieder ausgeglichen beziehungsweise im Plus.

Die Kreditinstitute unterscheiden, oft auch nur intern, in den genehmigten und den ungenehmigten Überziehungskredit. Der Kontoinhaber merkt das dann nur an der Höhe der Sollzinsen. Genehmigt ist ein Überziehungskredit dann, wenn er dem Kontoinhaber offiziell eingeräumt, also mitgeteilt wird. Sei es per Brief, oder per Ausdruck auf einem Kontoauszug. Das kann vertragsähnlich gesehen werden, der Kontoinhaber kann sich sozusagen darauf verlassen.

Als ungenehmigter Überziehungskredit werden Unterbuchungen bezeichnet, die vom Kreditinstitut im Einzelfall vorgenommen werden. Oft auf dringendes Bitten des Kontoinhabers hin, wenn eine offene Rechnung beglichen werden muss. Das ist ein einseitiges Entgegenkommen, ohne dass darauf ‚gepocht‘ werden kann.

Die Zinsen betragen dann nicht selten bis zu 20% des Überziehungskredites!

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