Überziehungszinsen – Was sind Überziehungszinsen?

Wer ein Girokonto besitzt, der hat meist auch ein, mit der Bank vereinbartes Kreditlimit. Wenn nun dieses Kreditlimit überzogen wird, muss man für jede Summe, die darüber liegt, Überziehungszinsen bezahlen. Bei Dispositionskrediten/Kontokorrentkrediten oder bei der Überziehung ohne Kreditlimit werden diese Überziehungszinsen auch fällig.
Ist mit der Bank kein Kreditlimit vereinbart, braucht sie eine Überziehung auch nicht zuzulassen. Duldet sie diese jedoch, darf die Bank dafür höhere Zinsen verlangen, als wenn man bei der Summe des Limits bleiben würde, den sogenannten Überziehungszins.
Diese Preisdifferenzierung ist auch verständlich, da die Überziehung eines Kreditlimits fast immer auch einen höheren Arbeitsaufwand verursacht und auch das Risiko anders bewertet werden muss. Auch die erforderliche zusätzliche Refinanzierung muss neu berechnet werden. Bei der Höhe der Überziehungszinsen müssen sich die Banken nach § 315 Abs. 3 BGB richten, wobei die Beweislast für die Billigkeit der berechneten Zinsen bei den Banken liegt.
Nachdem der Kreditvertrag abgelaufen ist, hat die Bank keinen Anspruch mehr auf Überziehungszinsen, denn dann wird Schadensersatz oder Verzugszins fällig. Auf so genannte verdeckte Kontoüberziehungen dürfen allerdings keine Überziehungszinsen berechnet werden. Wer sich auf eine Kontostandsauskunft am Geldautomaten verlassen hat oder durch Kontoauszüge mit nicht „wertgestellten“ Umsätzen veranlasst, wurde ungewollt sein Konto zu überziehen, was man bei zutreffender Kontostandsangabe nicht getan hätte, bei dem entsteht der Bank kein Anspruch auf Überziehungszinsen.

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