Umschulden auf Bauspardarlehen

Wenn man in Österreich während einer Zinsbindung eine Umschuldung vornehmen möchte, ist dies alles andere als leicht und selten lohnenswert. Eine Ausnahme ist allerdings, wenn die Zinsbindung länger als zehn Jahre dauert. Man kann nach österreichischem Recht – zehn Jahre nach der Vollauszahlung – prinzipiell mit einer Frist von sechs Monaten den Kredit teilweise oder ganz zurück zahlen. Zinsbindungen, die weniger als zehn Jahre dauern, benötigen etwas Glück bei der Bank. Der gute Wille des Bankberaters gält sich bei einem Abwanderungsgedanken des Kundes relativ begrenzt. Selbst wenn die Bank bereit ist, dass der Kunde aus dem Vertrag frühzeitig entlassen werden kann, so wird er dies auch nur mit einer Ausgleichszahlung bzw. Entschädigung akzeptieren. Die Banken fordern diese Entschädigung, um Zinsverluste, die für sie anschließend entstehen, wieder ausgleichen zu können. Hier wird die Differenz zwischen der aktuellen Rendite für Bauspardarlehen und dem vereinbarten Zinssatz berechnet.

Wenn die Bank jedoch den Wunsch der Umschuldung des Kunden ablehnt, so bleibt diesem letztendlich nichts anderes übrig, als dass das Kreditverhältnis bis zum Ende der Zisnbindung weiter geführt wird. Das heißt allerdings nicht, dass man mit der Umschuldung bis zum Ende der Zinsbindung warten muss und auch womöglich steigende Zinsen in Kauf nehmen muss. Viel mehr gibt es bei einer verbleibenden Zinsbindungsfrist von maximal eineinhalb Jahren die Option, dss man sich aktuell günstigere Zinssätze sichert.

Wenn man von einem Hypothekardarlehen auf ein Bauspardarlehen umschulden will, so entstehen hier gleich enorme Anfangskosten, die durch den Zinsvorteil wettgemacht werden müssen. Bei den Spesen kommen z. B. die Löschung und Neueintragung ins Grundbuch hinzu. Manche denken sich, dass man bei einem Bauspardarlehen doch eine maximale Obergrenze von 6 % hat und dadurch gut abgesichert ist gegenüber steigende Zinsen. Nun – die 6 % sind gesetzlich verankert, aber das Gesetz kann schnell geändert werden. Die Bausparkassen werden durch diese gesetzliche Regelung sicherlich nicht in Konkurs geschickt, wenn die 6 % Regel zu Lasten der Bausparkassen gehen. Daher sollte man ganz genau und gut überlegen, ob eine Umschuldung auf ein Bauspardarlehen Sinn ergibt.

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