Wertpapier Kauf auf Kredit – ist es sinnvoll sich Wertpapier auf Kredit zu kaufen?

Österreicher sind bekannt für konservative Geldanlagen. Wenn überhaupt in Wertpapiere investiert wird, dann auch nur mit eigenem Geld. Dennoch bieten viele österreichische Banken ihren Kunden Wertpapierkäufe auf Kredit an. Dabei kann sich der Kunde das Kapital für den Kauf von Aktien oder Obligationen von seiner Bank gegen regelmäßige Zinszahlung leihen. Die Bank sichert sich durch die gekauften Wertpapiere vor einem kompletten Zahlungsausfall ab, d.h. als Sicherheit für den Lombardkredit, wie er unter Bankern genannt wird, dient das Wertpapierdepot des Anlegers. Diese Form der Spekulation eignet sich jedoch nur für sehr risikoreiche Anleger. Im Extremfall können die gekauften Wertpapiere komplett wertlos sein, etwa bei der Insolvenz eines Anleiheemittenten oder extreme Wertverluste aufweisen, etwa bei starken Kursstürzen von Aktien. Der Anleger, der seine Wertpapiere auf Pump gekauft hat, bleibt auf den Schulden sitzen und hat keinen Gegenwert. Der psychische Druck für einen Anleger, der „Leverage“, also einen Hebeleffekt einsetzt, ist gewaltig. Auf der anderen Seite können im Erfolgsfall extrem hohe Renditen eingefahren werden, denn der Eigenkapitaleinsatz ist letztlich auf die Zinszahlungen für den Kredit beschränkt. Anleger, die mit dem Gedanken eines Wertpapierkredits spielen, sollten sich jedoch von den Chancen nicht blenden lassen und immer das Risiko eines Totalverlustes im Hinterkopf behalten.

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