Wien Schulden

Die Schulden der Stadt Wien explodieren. Betrugen sie 2009 noch knapp 1,9 Milliarden Euro, waren es im Jahr 2010 schon 3,07 Milliarden. Das ist eine Steigerung von 1,2 Milliarden Euro innerhalb eines Jahres.

Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) wertet die Bilanz für das vergangene Jahr trotzdem als Erfolg. Unter dem Strich sei Wien gut durch die Krise gekommen, die Pro-Kopf-Verschuldung sei mit 1.807 Euro pro Einwohner niedriger als in anderen Bundesländern. Der Bund habe gar eine Pro-Kopf-Verschuldung von 22.296 Euro. Grund für den Schuldenanstieg in Wien sei vor allem, dass die Stadt Einnahmen aus den Anteilen der Bundeserträge verloren habe. 670 Millionen Euro seien für die Konjunkturförderung aufgewendet worden. Auch in die Bildung und in den Gratiskindergarten sei viel Geld geflossen, was Brauner als „gute Investition“ bezeichnete. Auch sei es gelungen, eine große Zahl internationaler Firmen nach Wien zu holen, sodass Wien gut für die Zukunft aufgestellt sei.

Die Opposition ist naturgemäß weniger begeistert. Christine Marek, Chefin der Wiener ÖVP, weist darauf hin, dass vor vier Jahren die Schulden nur 1,4 Milliarden Euro betragen hätten. Innerhalb kurzer Zeit hätten sich die Schulden der Bundeshauptstadt also mehr als verdoppelt. Zudem müsse man die Außenstände der städtischen Wohnungsgesellschaft Wiener Wohnen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro hinzurechnen; so komme man auf Schulden von weit über fünf Milliarden Euro.

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