Yen Kredite

Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese Zeilen über Yen Kredite haben eher historischen Charakter, da aktuell auf Grund von Einschränkungen der österreichischen Finanzmarktaufsicht als Auswirkung der Wirtschaftskrise keine neuen Fremdwährungskredite mehr vergeben werden.
Aber natürlich gibt es viele Darlehensnehmer, die sich schon vor Jahren für eine Finanzierung mittels eines Yen-Kredites entschieden haben.

Bei einem Yen-Kredit muss man an zwei Komponenten denken: Da geht es erstens um Zinsen, und die Verzinsung war in Japan historisch niedrig, was also ein Anreiz war, das Geld in Yen aufzunehmen. Zweitens konnte man mit einem Fremdwährungskredit auch auf die Währung selbst spekulieren – das heißt, man nimmt heute einen Betrag X in Yen auf und hofft, dass, wenn der Kredit dann zurückgezahlt werden muss (Fremdwährungkredite sind in der Regel endfällig), sich der Kurs dahingehend geändert hat, dass die Summe in Euro weniger ist als ursprünglich aufgenommen. Die Zinsen für einen Yen-Kredit werden regelmäßig, das heißt zumeist Vierteljährlich bezahlt, das Kapital selbst wird über einen „Tilgungsträger“ (meist ein Lebensversicherungsprodukt) angespart, in der Hoffnung, am Ende der Laufzeit genug angespart zu haben, um den Kredit dann rückführen zu können.

Die Risiken, die sich bei Yen-Kredite ergeben können:

  1. Das Zinsrisiko – wer weiß schon, wie sich die Zinsen in Japan entwickeln werden?
  2. Das Währungsrisiko – wie wird der Yen bei Fälligkeit des Darlehens im Vergleich zum Euro stehen? Gewinne ich oder zahle ich drauf?
  3. Und das Risiko, dass der Tilgungsträger nicht genug wächst, um das Darlehen zurückzahlen zu können.

Als Faustregel galt, dass nur der eine Yen-Kredit bekam, der sich die Raten auch in Euro hätte leisten können – aber wie gesagt, zur Zeit sind das alles historische Betrachtungen!

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