Zinsgefälle – Was ist ein Zinsgefälle?

Als Zinsgefälle beschreibt man die Differenz zwischen zwei Zinsniveaus an verschiedenen Orten. Besonders deutlich wird das Zinsgefälle zwischen unterschiedlichen Ländern mit verschiedenen Währungen. Präzise spricht man in diesem Fall vom internationalen Zinsgefälle. Ein Zinsgefälle kann sich jedoch auch regional und innerhalb eines Landes bemerkbar machen.

Das internationale Zinsgefälle zeichnet sich durch einen höheren Zinssatz in einem Land und einem niedrigeren Zinssatz in dem anderen Land aus. Hierbei kann es zu zinsinduzierten Kapitalströmen kommen. Diese Gefahr besteht allerdings nur, wenn die Anleger unter Berücksichtigung der Währungsrisiken nicht davon ausgehen, dass die betreffende Währung abgewertet wird. Das internationale Zinsgefälle kann sich auf Investitionen auswirken, indem Firmen im Land der höheren Zinsen Kredite im günstigeren Zinsland für ihre Investitionen aufnehmen. Andererseits stellt das Land mit dem höheren Zinssatz einen größeren Anreiz für Kapitalanlagen dar.

Unterschiede beim Zinsniveau entstehen auch innerhalb des Kapital- und Geldmarktes in einem Land. Diese Differenzen entstehen durch die Berücksichtigung einiger Faktoren wie unter anderem der Bonität und Laufdauer eines Kredites, die Banken und Institute vergeben. So wird zum Beispiel das Zinsniveau niedriger desto mehr Sicherheiten ein Schuldner zur Verfügung stellen kann und desto kürzer der Zeitraum zur Kredittilgung ist.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Zinsgefälle prinzipiell dazu führen kann, dass Anlagekapital zu dem Ort abfließt, in dem höhere Zinsen geboten werden, während die Neigung, sich an dem Ort mit dem niedrigeren Zinsniveau zu verschulden, steigt.

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